Institut für Pflegewissenschaft

Anwendung des Ernährungsmanagement-Konzepts „gnp® nursing home“ in Pflegeheimen

Gerlich IA, Lohrmann C (abgeschlossen)

Hintergrund

Aktuelle Studiendaten weisen bei 23 % der BewohnerInnen in österreichischen Pflegeheimen eine Mangelernährung auf. Folgen dieser Krankheit sind unter anderem Multimorbidität, soziale Isolation, Einsamkeit, soziale und funktionelle Abhängigkeit. Diese Folgen gilt es durch frühzeitiges Erkennen und Behandeln von Mangelernährung zu verringern.

Ziel

Das in deutschen Krankenhäusern eingesetzte Ernährungsmanagement-Konzept „gnp® good nutrition practice“ wurde an Anforderungen an Pflegeheime angepasst sowie auf dessen praktische Anwendbarkeit untersucht. Das verwendete Screening (= MNA®-SF, Mini Nutritional Assessment Short Form)wurde auf Reliabilität und das Assessment (= PEMU, Instrument zur Pflege-rischen Erfassung von Mangelernährung und deren Ursachen) auf Validität getestet.

Methode

Anhand Literatursynthese und ExpertInnengesprächen wurde das Ernährungsmanagement-Konzept angepasst und in einem Monat in sieben steirischen Pflegeheimen getestet.

Ergebnisse

Die Pflegepersonen, die ein Feedback zum Ernährungsmanagement-Konzep gaben, beurteilten das Konzept überwiegend positiv. Die Testung des MNA-SF Screenings ergab eine gute Interrater-Reliabilität (Kappa = 0.772), eine Sensitivität von 77 % und eine Spezifität von 94 %. Der Cronbach’s alpha für die interne Konsistenz betrug 0.61 (95 % CI:  0.52; 0.68) und 0.63 (95 % CI:  0.55; 0.70). Die Inhaltsvalidität in der 2. Expertenrunde bezogen auf das gesamte PEMU Assessment war gut (0.85).

Schlussfolgerung

Das entwickelte Ernährungsmanagement-Konzept „gnp® nursing home“ kann zur Erkennung und Behandlung von Mangelernährung bei Bewohnern in Pflegeheimen empfohlen werden.

Hervorgegangene Veröffentlichung

Gerlich I, Lohrmann C. (2015) Anwendung des Ernährungsmanagement-Konzepts „gnp® nursing home“ in Pflegeheimen. Heilberufe Science. (accepted)

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