Institut für Pflegewissenschaft

Medizinische Universität Graz

AMIGO

(Motivation von Trainingsaktivitäten für Menschen mit Demenz mit Sozial Robotik und Dialog-gestütztem Coaching)

Lucas Paletta, Sandra Schüssler, Julia Zuschnegg, Josef Steiner, Dimitrios Prodromou sowie weiteres AMIGO Team

Hintergrund

Die Demenz steigt weltweit an und bewirkt eine Zunahme des Bedarfs an Gesundheitsleistungen, die einer zunehmenden Versorgungslücke verfügbarer Pflegekräften gegenübersteht. Aus diesem Grund sind viele neue Technologien, wie z. B. (Pflege)roboter entwickelt worden, die das Potential haben, Pflegepersonen und Personen mit Demenz bei der Förderung der Unabhängigkeit zu unterstützen. Die meisten (Pflege)roboter sind bisher in Laborsituationen und bei älteren Personen ohne Demenz getestet worden und es fehlt an Wissen über ihren Einsatz in realen Betreuungssituationen (z.B. zu Hause) aus der Sicht der zu betreuenden älteren Personen mit Demenz. Eine Testung in Laborsituation kann nicht die Komplexität und hohe Variabilität von Alltagssituationen in der Betreuung/Pflege von Personen mit Demenz erfassen.

Ziele

AMIGO ist eine Mixed-Method Studie in 3 Phasen: (1) Qualitative Studie mit Interviews, (2) Prototyptestung von 2 Wochen (qualitativ, quantitativ) und (3) Randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit ergänzenden Interviews (10 Monate). Ziel der qualitativen Studie (1) ist die Erfassung der Einstellung, Erfahrung und Bedürfnisse von Demenzbetroffenen, Angehörigen, DemenztrainerInnen und Pflegepersonen bezüglich der Anwendung eines Roboters, wie Pepper, in der Pflege zu Hause, damit Pepper für die Prototyptestung adaptiert werden kann. Ziel der Prototyptestung (2) im häuslichen Umfeld ist die Erfassung der Usability, um technische Adaptierungen aufgrund des Feedbacks der TeilnehmerInnen am Roboter Pepper und „amicasa“ für die Hauptstudie vornehmen zu können. Das Hauptziel der RCT (3) ist die Untersuchung des Effekts von Roboter Pepper in Kombination mit „amicasa“ Training auf die Motivation der Personen mit Demenz im Vergleich zum alleinigen „amicasa“ Training. Nebenziele sind Usability, Lebensqualität, Kognition, Mobilität, Pflegeabhängigkeit, Depression und Pflegebelastung.

Geplante Methoden

(1) Die qualitative Studie (Jänner bis Mai 2018, Analysen nicht abgeschlossen) inkludiert Einzelinterviews mit Demenzbetroffenen (n=23) und je 3-4 Fokusgruppen mit den anderen Zielgruppen (11 Gruppen mit 52 Personen). Die Interviews wurden bis zur Datensättigung durchgeführt. Die Datenanalyse erfolgt mit Content Analyse. (2) Die Vorstudie (September 2018) ist eine Prototyptestung in der jeweils 3 Personen mit Demenz, Angehörige, DemenztrainerInnen und Pflegepersonen inkludiert sind, um die Usability des Roboter Peppers im häuslichen Umfeld zu testen. Die Daten werden mittels Fragebögen und Interviews erhoben. Die Datenanalyse erfolgt quantitativ (Deskriptive Statistik) und qualitativ (Content Analyse). Die Hauptstudie (Jänner 2019) ist eine Mixed-Method Studie. Der quantitative Teil ist eine RCT und der qualitative Teil inkludiert ergänzende Einzelinterviews und Fokusgruppen. Als Intervention erhalten 20 Personen mit Demenz den Roboter Pepper in Kombination mit „amicasa“ (App am Tablet für körperlichen und kognitiven Übungen) und die Kontrollgruppe (auch 20 Personen mit Demenz) nur „amicasa“. Die Daten werden mittels Videodaten von Pepper, „amicasa“, Aktivitätsanalyse über Sensoren, Eye tracking (Blickverhalten zur Ermittlung exekutiver Funktionen) über Fragebögen und Interviews erhoben. Ebenfalls gibt es Fragebogenerhebungen bei den Angehörigen (n=40), den DemenztrainerInnen (n=5) und Pflegepersonen (n=5). Die Datenanalyse erfolgt quantitativ (Deskriptive Statistik, Median-Regression, Kovarianzanalyse) und qualitativ (Content Analyse). Die vorliegende Studie hilft den Roboter Pepper für die Pflegepraxis weiterzuentwickeln und ihn an die individuellen Bedürfnisse der Zielgruppe Demenz zu adaptieren.

 

 

Koordinator und Partner

 

 

Fördergeber

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