Institut für Pflegewissenschaft

Die Pflegeabhängigkeitsskala (PAS)

Eichhorn-Kissel J, Dassen T, Lohrmann C (abgeschlossen)

Die Beschäftigung mit Assessmentinstrumenten, wie der Pflegeabhängigkeitsskala, stellt seit Beginn des Institutes ein zentrales Thema im Rahmen von Forschungs- und Implemetierungsprojekten dar. Ziel hierbei ist es, Pflegenden Möglichkeiten zu bieten, PatientInnen und BewohnerInnen hinsichtlich ihres Zustandes sowie bezüglich ihrer Bedürfnisse und Ressourcen adäquat einschätzen zu können.

Zur Feststellung von Pflegeabhängigkeit existieren in Österreich verschiedene Instrumente. Durch die intensive Arbeit des Institutes ist in diesem Kontext die Pflegeabkängigkeitsskala (PAS) neu hinzugekommen. Mit ihrer Hilfe kann identifiziert werden, wie pflegeabhängig PatientInnen und BewohnerInnen sind.

In diesem Zusammenhang fanden seit 2006 umfangreiche Testungs- und Implementierungsprojekte statt. Ein wesentliches Projekt fand im Bereich der Rehabilitation statt, bei dem folgende Zielstellungen verfolgt wurden:

  • Die Modifizierung und psychometrische Testung der PAS in der Rehabilitation
    • Reliabilität
    • Validität
    • Änderungssensitivität (Responsiveness)
  • Beuteilung der Pflegeabhängigkeit von PatientInnen im Bereich der Rehabilitation
    • Unterschiede hinsichtlich Alter, Geschlecht, medizinischen Diagnosen
  • Die Evaluation der Praktikabilität und Nützlichkeit der PAS
    • Modifikation, psychometrische Testung (Reliabilität, Validität) und Anwendung eines entsprechenden Fragebogens für Pflegende basierend auf dem Staff View Assessment Instrument von G. Hansebo (1998)
  • Der Vergleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung
    • Übersetzung und Implementierung der PAS-Selbsteinschätzungsversion in der Rehabilitation
    • Vergleich der Einschätzung von Pflegenden und PatientInnen hinsichtlich der der Pflegeabhängigkeit des/der PatientInnen

 

Darüber hinaus fanden weitere Projekte zur PAS in anderen pflegerischen Bereich statt, mit dem Ziel der:

  • Implementierung und Anwendung der PAS im Bereich der ambulanten, geriatrischen und Langzeitpflege
  • Evaluierung der Praktikabilität der PAS aus Sicht der Pflegenden im Bereich Geriatrie und Langzeitpflege. Aufgrund dieser umfangreichen Projekte und positiven Forschungsergebnisse findet die PAS mehr und mehr Anwendung in Österreichs Pflegepraxis. Die einrichtungsspezifische Verwendung der PAS wird interessierten KollegInnen durch das Institut kostenlos und lizenzfrei ermöglicht.

Zur Implementierung der PAS haben sich regelmäßig stattfindende Informationsveranstaltungen sowie einführende Schulungen als sehr erfolgreich erwiesen. Unter der Anleitung von Frau Dr. Juliane Eichhorn-Kissel wurden auf direktem Weg oder mittels Mentoring-System mehr als 650 Pflegende, Stationsleitungen, PflegedirektorInnen und Lehrende der Gesundheits- und Krankenpflege auf die PAS eingeschult.

Basierend auf der Schulung wird die PAS derzeit in der österreichischen Pflegepraxis vor allem genutzt, um die bestehende Pflege(un)abhängigkeit von PatientInnen während des gesamten Pflegeprozesses einzuschätzen sowie Veränderungen festzustellen und zu dokumentieren. Hierzu wurde die PAS mit Unterstützung des Institutes in die Dokumentationssysteme der Institutionen schriftlich oder elektronisch integriert. Die mit der PAS erhobenen Daten werden häufig im Rahmen einrichtungsinterner statistischer Auswertungen verwendet, um in anonymisierter Form Vergleiche zwischen verschiedenen Fachbereichen und PatientInnengruppen (z.B. Diagnose, Alter, Geschlecht) durchführen zu können. Im ambulanten Bereich findet die PAS ebenso Anwendung im Rahmen von Begutachtungen der nichtprofessionellen Pflege.

Weitere Projekte sind geplant, um mit Hilfe der PAS Pflegeabhängigkeit, Pflegeinterventionen und notwendige personelle sowie zeitliche Ressourcen, vor allem im Bereich der ambulanten und Langzeitpflege, identifizieren und analysieren zu können.

Hervorgegangene Veröffentlichung (bisher)

Eichhorn-Kissel J, Dassen T, Lohrmann C. (2011) Comparison of the responsiveness of the Care Dependency Scale for Rehabilitation and the Barthel Index. Clinical Rehabilitation, 25(8): 760-767. [IF(2011): 2.123]

Eichhorn-Kissel J, Dassen T, Kottner J, Lohrmann C. (2010) Psychometric testing of the modified Care Dependency Scale for Rehabilitation. Clinical Rehabilitation, 24(4): 363-372. [IF(2010): 1.772]

Eichhorn-Kissel J, Dassen T, Lohrmann C. (2010) The clinical utility of the Care Dependency Scale in rehabilitation: nurses’ perception. Journal of Research in Nursing, 15(6): 547-561.

Eichhorn-Kissel J, Lohrmann C. (2009) Care dependency of the elderly - a great challenge for nursing care. Wiener Klinische Wochenschrift, 121(7-8): 77-78. [IF(2008): 0.857]

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